Die Initiatoren

 

claudia-stamm-04-2015

Claudia Stamm
geb. 1970 in Würzburg, ist Abgeordnete des Bayerischen Landtags. Was hat sie in Politik bewegt? Benachteiligten Gruppierungen dieser Gesellschaft mehr Gehör zu geben – Gleichstellung und Gerechtigkeit voran zu treiben. Bei ihrem Engagement für eine humane Flüchtlingspolitik fordert sie, dass die Europäische Union sich nicht wegducken darf, und sichere Fluchtrouten ermöglicht. Sie kritisiert die teilweise menschenunwürdige Lebensbedingungen in den Flüchtlingslagern. Im Herbst 2015 organisierte sie einen Hilfskonvoi und fuhr mit freiwilligen Helfern nach Vukovar und Opatovac an der Kroatisch-Serbischen Grenze um dort zu helfen, Flüchtlingsfamilien mit dem Notwendigsten zu versorgen.

„Nicht nur die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof, auch das Engagement der Bürger*innen in ganz Bayern beinhaltet die klaren Botschaften: Menschen, die vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung fliehen sind hier Willkommen. Und: Wir schaffen das! Das beweisen die unzählgen Initiativen und Vereine im Freistaat von Hof bis Garmisch-Partenkirchen.”

“Durchnässte Kinder, die vor Kälte zittern. Dieses Bild lässt mich seit meinem Einsatz in Kroatien nicht mehr los.. Täglich sterben Kinder, Frauen und Männer und die Politik sieht gleichgültig weg. Europa hat die Mittel und Europa hat die Pflicht endlich für sichere Fluchtrouten zu sorgen”

“Von einer humanen Flüchtlingspolitik profitieren alle. Wir und die Geflüchteten. Die  Menschen brauchen von Anfang an eine Perspektive, wie sie Deutsch lernen und sich hier einbringen können. Statt dessen verbietet man ihnen über Jahre zu arbeiten und zu lernen und tötet so den Eifer und die Bereitschaft der Flüchtlinge, sich für das Gemeinwohl zu engagieren.”

“Die Polemik der rechten Politiker in unserem Land ist brandgefährlich. Nicht weniger fatal ist es jedoch, wenn Politiker*innen aller Parteien in Ängstlichkeit verfallen und in vorauseilendem Gehorsam immer neue Zugeständnisse machen. Das Grundrecht auf Asyl ist in den letzten eineinhalb Jahren bereits heftig ausgehöhlt worden – dem müssen wir entgegen treten.“

Foto Burkhard Hose_Stefan WeigandBurkhard Hose
geb. 1967 in Hammelburg, ist katholischer Hochschulpfarrer in Würzburg. Seit Jahren setzt er sich konsequent für Flüchtlinge, Asylbewerber und Randgruppen ein. Er ist Sprecher des Würzburger Flüchtlingsrates, Mitglied im Sprecher*innenrat des „Würzburger Bündnisses für Zivilcourage“ und im Ombudsrat der Stadt Würzburg gegen Diskriminierung. 2014 wurde er für sein vielfältiges Engagement mit dem Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet. Im Herbst 2016 erscheint im adeo Verlag sein Buch „Aufstehen für ein neues Wir“.

„Es gehört zu meinem Selbstverständnis als Christ, über Grenzen hinaus solidarisch zu sein. Nationalstaatlicher Egoismus oder gar. fremdenfeindlicher Nationalismus sind nach meiner Überzeugung mit christlicher Nächstenliebe unvereinbar.“

„Es braucht visionäres und entgrenzendes Reden über Humanität und Solidarität in der Überzeugung, dass auch in der Vergangenheit nicht die ängstlichen Grenzschützer und ‚Realisten‘, sondern viel öfter die mutigen Grenzgänger und ‚Visionäre‘ die Verhältnisse zum Besseren verändert haben.“
„Für mich ist es an der Zeit, tatsächlich neu über die Werte nachzudenken, die uns in unserer Gesellschaft wichtig sind und sie zur Grundlage politischen Handelns zu machen. Eines ist klar: Grenzen sind kein Wert an sich und eine Begrenzung von Flüchtlingszahlen erst recht nicht. Auch Wohlstand ist strenggenommen kein Wert, wenn auch ein hohes Gut, das mit zur Stabilität einer Gesellschaft beiträgt. Vielleicht gehört aber zu diesem neuen Nachdenken auch die Erkenntnis dazu, dass Wohlstand eher eine Begrenzung braucht als Humanität.“

LaVo_2016-1Leonhard Simon

geb. 1992, steht kurz vor seinem Abschluss in Politikwissenschaften und Geschichte in München und in Cor, Irland. Er arbeitet freiberuflich als Fotograf und beschäftigt sich, sei es auf Reisen an die Grenzen Europas oder wenn er auf diversen Ausstellungen im Freistaat seine Erlebnisse dokumentiert, immer wieder mit geflüchteten Menschen. Bis Mai 2016 war er im Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND Bayern aktiv und ist nebenbei Fußball Schiedsrichter.

Portrait-Lessenich-6Prof. Dr. Stephan Lessenich

geb. 1965 in Stuttgart ist Soziologe und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

http://www.stephan-lessenich.de/

 

Porträt Mirko BrollMirko Broll